Seit Tagen war
sie nun schon alleine daheim. Ihr heimlicher Wunsch könnte in Erfüllung gehen.
Die Nachbarn
zur Linken, ein wesentlich älteres Ehepaar hatten vor wenigen Tagen ihren
Kurlaub angetreten. Das Haus zur Rechten stand seit ein paar Tagen leer und die
neuen Nachbarn würden frühestens zum nächsten Ersten einziehen. Ihr Kind war
auf Klassenfahrt und ihr Mann auf Geschäftsreise. Nur das Wetter spielte nicht
so recht mit, sich ihren heimlichen Traum zu erfüllen.
Natürlich, im
Haus hatte sie es schon oft gewagt, sich frei im Evakostüm zu bewegen. Aber so,
wie sie oft jede Art von Kleidung als unnatürlich und einengend empfand, so fühlte
sie auch die Mauern ihres Hauses als beklemmend. Zusätzlich erdrückend war es
nun seit Tagen Grau in Grau und der andauernde Regen schien kein Ende zu nehmen.
Jeden Abend
lauschte sie hoffnungsvoll der Wettervorhersage um dann doch enttäuscht zu Bett
zu gehen.
In jener Nacht
nun wandelte sich ihr heimlicher Wunsch in einen realen Traum:
Auf ihrer
Terrasse hatte sie es sich gemütlich eingerichtet. Im Evakostüm lag sie nun
unter freiem Himmel. Die Sonnenstrahlen konnten sie an jedem Fleckchen Haut wärmen
und kitzeln. Der sanfte Wind säuselte durch ihr langes Haar, umspielte ihren Körper
und spielte zart mit ihren kleinen Brüsten, um die Knospen zu wecken.
Mit geschlossenen Augen räkelte und streckte sie sich den wohligen Zärtlichkeiten der Natur entgegen und ihre Lust steigerte sich in ein unbeschreibliches Verlangen. Unwillkürlich unterstützten ihre eigenen Hände den Wind. Sie streichelte ihren Hals, fuhr sich durchs Haar, ließ ihre Hände über ihre Brust gleiten und umspielte mit den Fingerspitzen ihre Brustwarzen, die sich den zarten Berührungen entgegenstreckten und zu Lustknospen festigten.
Während sich
unter ihrer einen Hand die Brüste zu festen, aber sanften Lusthügeln aufwölbten,
glitt ihre andere Hand langsam suchend und forschend über ihren Bauch zu ihrem
Schoß. Leicht spreizte sie die Beine, um der Hand die zaghaften forschenden Berührungen
ihrer Intimität zu erleichtern.
Im Traum
beobachtete sie sich im Spiegel wie sie ihren eigenen Körper entdeckte. In der
Realität aber war ihr Mann mitten in dieser Nacht von der Geschäftsreise
heimgekehrt, hatte leise das Haus betreten, sein Gepäck geräuschlos in der
Diele abgestellt und sich im Bad entkleidet, um seine Frau nicht zu wecken.
Als er nun
unmerklich das Schlafzimmer betrat, hörte er ein leises Seufzen und Stöhnen.
Er spürte, wie sich seine Frau im Schlaf räkelte. Leise zündete er ein paar
Kerzen an, die ihm ermöglichten, seine träumende Frau zu beobachten. Sie
schien fest zu schlafen und einen wunderschönen Traum zu erleben.
Es erregte ihn,
ihr zuzusehen, wie sie sich streichelte und massierte, wie frei und weich sie
sich bewegte. Bald konnte er nicht widerstehen und legte seine Hände fast
unmerklich auf die ihren und entdeckte mit ihr ihren Körper. Sie stöhnte
wohlig auf und ließ sich immer mehr gehen. Dabei erwachte sie ganz langsam und
doch gar nicht richtig. Wie in Trance nahm sie nun seine Hände führte sie über
ihren Körper, um sie dann zu seinem Körper zu führen. Geleitet von ihren Händen
streichelte er sich über die Brust, die Beine, den Bauch und schließlich seine
Intimität. Sie verführte ihn immer mehr sich selbst zu streicheln, sich selbst
zu entdecken, sich selbst Lust zu bereiten.
Als sie seine
Erregung sah und spürte, wurde ihre Begierde nach inniger Verschmelzung fast
unerträglich. Sie spürte ihre Feuchtigkeit und Bereitschaft ihn in sich
aufzunehmen. Sie verlangte danach ihn fest, glühend und doch sanft gleitend so
tief in sich zu spüren wie irgend möglich. Ihre Sehnsucht nach den wiegenden
Bewegungen wurde fast unerträglich. Und doch bereitete sie sich auf diese
Wollust noch vor. Sie streichelte sich, kostete ihre Nässe und zeigte mit dem
Spreizen ihrer Schenkel ihre Bereitschaft zur Verschmelzung. Sie zog ihn über
sich, schlang ihre langen Beine um seinen Hals und er glitt glühend sanft in
ihren Schoß. Ihr Atem wurde mit jedem Wiegen und Eindringen heftiger. Sie stöhnte
und schrie leise ihre Lust in den vom warmen Kerzenlicht durchfluteten Raum. Das
Licht züngelte ebenso über ihre Haut wie sein heißer Atem ihre Haut umwehte.
Sie streckte sich diesen Flammen immer mehr und heftiger entgegen und steigerte
ihre und seine Wollust bis zur Erlösung.
Sanft vereinigt
erlöst glitten sie in die Kissen und schliefen in dieser Verschmelzung ein.
Als sie aufwachte, konnte sie nicht sagen, was Traum und was Realität war, aber ihr heimlicher Traum war in Erfüllung gegangen.
© Andrea Redmann
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Anmerkung: Diese Kurzgeschichte erscheint im Juli 2006 in
