Erfüllte Wünsche

 

In den letzten Wochen vor Weihnachten war Viktoria immer wieder von ihren Verwandten und Bekannten gefragt worden, was sie sich denn zum Fest wünsche. Jedes Mal wurde ihr Blick traurig und melancholisch und sie gestand sich ein, dass sie nur einen Wunsch hat, nämlich endlich mal wieder glücklich zu sein. Ihren Freunden und Bekannten aber erzählte sie, sie habe keine Wünsche.

Am heiligen Abend setzte sie sich gemütlich hin und las ihre Weihnachtspost. Mit jedem auf Hochglanzpapier gedrucktem Bild und den Worten wurde sie trauriger. Immer diese gleichen Formulierungen und Texte. Immer diese Scheinwelt, die als Realität verkauft wurde. Keiner hatte sich Gedanken gemacht. Alle waren in der Hektik der Vorweihnachtszeit nur schnell ins nächste Schreibwarengeschäft gelaufen, hatten diese Massenproduktion an guten Wünschen erkauft, sie kurz und knapp unterschrieben, eventuell einen Geldschein beigefügt, in den Umschlag gesteckt und mit der Post auf den Weg geschickt.

Viktoria erschöpfte recht bald bei der Flut dieser Art Wünsche.

Recht früh ging sie zu Bett und schlief tief und fest in den ersten Weihnachtstag hinein.

Wohl ausgeruht und munter erwachte sie. Sie machte es sich in ihrem Bett bequem und nahm Papier und Stift zur Hand.

Sekunden später stand auf dem Bogen: „Wunsch - Glückszettel!“

-         Eine zärtliche Umarmung – in Erfüllung gegangen mit Werner am 4.6.

-         Ein liebevoller Kuss – in Erfüllung gegangen mit Klaus am 8.2.

-         Ein verträumter Blick in den Abendhimmel – in Erfüllung gegangen alleine am 7.10.

-         Ein Tagtraum voller Zärtlichkeit – in Erfüllung gegangen mit einem Traummann

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So summierten sich schnell Viktorias Einträge auf dem Wunsch – Glückszettel. Und schließlich strahlte sie, dass ihr Weihnachtswunsch  so vielfach in Erfüllung gegangen war und sicherlich wieder erfüllt wird.